vor dieser zeit hab ich schon geschrieben drüber. aber auch versprochen, zu gelegenem augenblick sie zu wiederholen, die suada. denn steter tropfen und so…, du weisst. wohlan, lasst mich die forderung erheben, die zwischen kopfschütteln und nach meinem geisteszustand die frage alle möglichen reaktionen zeitigt: schaffen wir das geld ab. Den Rest des Beitrags lesen »

olafs radwechsel
17/05/2012ich mach selten werbung, aber wenn, dann aus überzeugung. mein freund olaf hat einen neuen blog, benannt nach einem wunderbaren brecht-gedicht: http://radwechsel.net/ olaf ist einer, der mich seit anbeginn meiner virtuellen tölpeleien begleitet. wir haben uns oft gestritten und genau einmal mehr wieder freundschaft geschlossen. ich bewundere an ihm seine fähigkeit zur analyse und zum blick in die zukunft. und wenn der auch pessimistisch ausfällt, so behält sich olaf doch zumindest einen schuss optimismus. das hängt vielleicht was mit seiner vergangenheit als gelernter ddr-ler zusammen. was er damals erlebt hat, hat vielleicht damit zu tun, dass olaf uns oft mehr zu sagen hat als wir es können. ich jedenfalls freu mich auf die verschiedenen radwechsel.

der ewig-gestrige freidemokrat
17/05/2012jüngst, oder auch unjüngst, in der kneipe, die nächsten fusses zum trunke lädt. „ich bin froh“, dröhnt einer, „dass die fdp wieder da ist“. heissa, endlich begegnet dir ein fdp-wähler mal. in fleisch und blut. wusstest gar nicht, welcher gestalt die sind. gut, an der tanke neulich, super voll den smart, ist dir der ehemalige minister der justiz vor die stossstange gerollt. aber der wählt gelb von dienst wegen. in der kneipe der, der gibt das echte exemplar ab, das seltene. Den Rest des Beitrags lesen »

preetz wird röttgen und röttgen preetz
16/05/2012warum eigentlich wird michael preetz nicht neuer umweltminister. er besitzt doch manniglich erfahrung mit dem abstieg. und die merkelsche kabinetts-mannschaft krückstockt uns unüberschaubar abstiegsreif entgegen. da muss der preetz von seiner erfahrung und sachkenntnis kaum mehr ein häppchen zur verfügung stellen, bis er den vollzug im abgang vermelden kann.
im gegenzug könnte der mann, der auf den stolzen namen norbert (es sei nur an stan libuda erinnert) auch gelegentlich nicht gehört hat, sportdirektor bei der hertha werden. schliesslich ist ihm die suche nach endlagern durchaus geläufig. da wird der röttgen doch auch für die berliner blind-kicker ein fein kellerchen zur reste-versorgung finden.

poesie und musik
16/05/2012wir haben, zu unserer zeit, die platten runter und rauf gehört. vor allem “vielleicht weil ich ein wilder bin”. die rede des grossen häuptlings seattle als antwort auf das angebot des amerikanischen präsidenten, das land der roten brüder aufzukaufen. entweder, kannte seattle die regeln schon damals, wir verkaufen oder die weissen kommen mit waffen. “poesie und musik” hiess das trio mit der beschämenden einschaltquote auf youtube.
einmal haben wir ein konzert mit den dreien veranstaltet. zugunsten von amnesty international. der besuch war erbärmlich. so erbärmlich, dass uns büdi siebert hundert mark aus seiner tasche in die kasse steckte. der künstler unterstützt den veranstalter finanziell – ein merkwürdiges moment.
nachfolgendes teil ist der beginn einer grossartigen, nach wie vor aktuellen rede. die anderen stücke finden sich auf youtube, aber schon dieser beitrag erinnert mich, dass wir geschworen haben, mutter erde, unsere schwestern, brüder und kinder zu schützen. ich weiss von keinem der damaligen, dass er diesen schwur nicht gebrochen hätte. gedacht ist “meine worte sind wie sterne” für alle, die sich durch diesen gebrochenen schwur nicht entmutigen lassen. und deshalb geht ein besonderer gruss in den nordwesten, dorthin wo die ziegen zotteln.

wahl oder nicht-wahl
13/05/2012auf facebook diskutieren auch freunde, die ich sehr ernst nehme, übers nicht-wählen. als form des politischen protests, des bürgerschaftlichen widerstands, des ausdrucks von verzweiflung am herrschenden und beherrschenden system.
ich führe diese diskussion, seit ich mich aus der pubertät ins wahlrecht entwickelt habe. ich nehm’s gleich mal vorweg: nicht-wähler war ich, wenn überhaupt, immer nur bis gegen mittag am wahl-sonntag. dann hab ich die wahlbenachrichtigung doch aus dem altpapier-haufen gekramt und bin ankreuzen gegangen. in meiner aktiven zeit ging’s anschliessend zum frühschoppen. aber das ist eine andere geschichte.
eines vorweg: wenn halb- oder vollprofis unter den politikern nicht-wähler beschimpfen, als „idioten“ zum beispiel, dann haben sie einiges nicht begriffen. zum beispiel, dass die nicht-wähler keine andere möglichkeit sehen, ihrer wut, den händen, die gebunden sind, ihrer resignation ausdruck zu verleihen als durch die verweigerte stimmabgabe.
die nicht-wähler, die ich kenne, sind politische menschen. interessiert, engagiert, gebildet. es sind menschen von einem überdurchschnittlichen sozialen engagement. es ist mehr als beleidigend, diese menschen als „idioten“ zu bezeichnen. viel mehr sollten sich diese polit-prolls mal den kopf machen, warum ihnen so viele, gute menschen von der stange gehen. warum das real-existierende demokratische system immer weniger menschen zur teilnahme lockt.
die nicht-wähler, die ich kenne, sind keine anti-demokraten. sie sind demokraten, die sich vom system undemokratisch behandelt sehen. die keinen sinn mehr drin sehen, mit dünnem stift gegen dicke bretter anzukreuzen.
so wie es das wahlrecht gibt, muss das nicht-wahlrecht angenommen sein, respektiert werden. gerade weil die, die von den idioten krakeelen, die sind, die andernorts stalinistische wahlergebnisse und –beteiligungen an die wand kritteln.
und dennoch halt ich das nicht-wählen für falsch. solange wir unseren staat in einer parlamentarischen demokratie organisieren, kommen wir ohne parteien nicht aus, die auch dort aus dem boden pilz-schiessen, der einst ausserparlamentarisch bereitet war. die friedens- und die umweltbewegung zum beispiel wuchs aus der apo und dann wurd‘ eine partei draus – die grünen. ähnliches begab sich mit den piraten. seit die sich von ihrem ausserparlamentarischen mäntelchen befreit haben, gelten sie als prima wählbare partei.
„die politik“, sagte der grosse kabarettist wolfgang neuss in anlehnung an clausewitz, „ist die fortsetzung des puffs mit anderen mitteln“. prostitution als mittel der aktiven politik, sozusagen. es wird noch lange so sein, dass unternehmen, interessensverbände und lobbyisten sich bei regierungen und parteien in deren aktive politik einkaufen. aber wenn ich mich einhake unter die nicht-wähler, mach ich den schweinigeln beidseits ihre arbeit nur leichter. zumal ein wahlergebnis ja nicht nur danach interpretiert wird, wer wen gewählt hat, sondern auch wer wen nicht. ansonsten wäre das nrw-ergebnis der cdu ja auch nicht so sensationell. eine partei oder person nicht zu wählen, geht nicht, indem ich nicht wähle, sondern nur, indem ich jemanden anderes wähle.
wenn fast 50 prozent der berechtigten keinen gebrauch machen von ihrem wahlrecht, signalisiere ich den parteien hilflosigkeit. und eventuell die ausrede, dass sie bei einer entsprechenden wahlbeteiligung bei weitem nicht so schlecht abgeschnitten hätten. aber ich teile diesen parteien durch mein wahlverhalten nicht mit, mit welchen inhalten ich nicht einverstanden bin beziehungsweise an welchen mir gelegen wäre. zum beispiel: ich wähle die linken. die anderen bewerber können daraus zwar nicht ablesen, ob ich für radikal-opposition oder koalitions-kuschelmuschel eintrete, aber sie dürfen getrost davon ausgehen, dass ich gegen jede weitere teilnahme an kriegen wie dem in afghanistan stimm-gekreuzt habe. wenn die linken sitz-mässig fett genug sind, können sie damit sogar politik bestimmen. wenn ich nicht-wähle, übe ich dagegen weder druck noch einfluss aus.
anderes beispiel: stuttgart 21 war eine ausserparlamentarische geschichte. die aber einfluss auf die wahl hatte. nach 58 jahren traten die baden-württemberger der cdu den oppositions-stiefel in den arsch. das war mir eine wahlbeteiligung wert, auch wenn der bahnhofsdreck trotzdem kommt. was übrigens meinen ebenfalls wählenden mitbürgern zu verdanken ist.
unser system ist ungerecht, von wenigen bestimmt, durch egoismus kleiner und grosser kumpaneien geprägt. aber es kennt keine zweifel am wahlrecht. was von vielen anderen gesellschaften dieser welt nicht gesagt werden kann. damit es so bleibt, werde ich auch beim nächsten mal wieder wählen.

steinbrück, schröder, meine
11/05/2012da rieselt der kalk. unser so zu betitelnder alt-bundeskanzler, gerhard „gefärbte feder“ schröder, hat sich für peer steinbrück als kanzlerkandidat der spd ausgesprochen. da müssen wir doch gleich mal kurt tucholsky aus der versenke holen. „sag mal, verehrtes publikum: bist du wirklich so dumm?“
ich frag, an dieser lauschigen stelle, nicht zum ersten mal: hast du vom steinbrück jemals was zur sozialpolitik gehört? zur bildungspolitik, zur sicherheitspolitik, zur aussenpolitik…? zu was auch immer ausser zur finanzpolitik? eben. zwei gründe gibt’s für den steinbrückschen hohlraum: erstens er hat keine ahnung von den übrigen politischen disziplinen oder er hat meinungen dazu, die alles sind nur nicht offiziabel.
das eine wäre so grauenerweckend wie das andere. aber womöglich ist’s von beidem ein bisschen. und minus mal minus macht in diesem fall garantiert nicht plus. für den ruhestand indes reicht’s allemal. er, der steinbrück, könnte ja noch ein paar bücher schreiben, die niemand lesen muss, und der schröder derweil mit dem meine um die häuser ziehen. das zeitigte gleich doppelten ertrag: der alt-kanzler würde keine politik mehr machen und der alt-möchtegern-rocker keine musik.

wer braucht eigentlich…
09/05/2012sag er oder sie an frisch: wofür braucht der mensch die fdp? da tummeln sich partei-gewordene lobbyisten, die für andere lobbyisten die kohlen aus dem feuer holen. sprich: die euros aus dem sparstrumpf mit den subventionen. einer war früher in der nsdap und hat die nation später als präsident mit einem volkslied geschockt. mir wird heute noch eine posttraumatische belastungsstörung bestätigt. ein anderer, unter anderem wirtschaftsminister, wurde wegen steuerhinterziehung verurteilt. Den Rest des Beitrags lesen »

pro nrw, salafisten und flach-denker
08/05/2012jetzt wird es ziemlich nicht einfach. weil: stehst du ja om ‘s nommgugga (um das rüber schauen) mit der gewaltbereitschaft in einer ecke (warum heisst das eigentlich bereitschaftspolizei?). aber ein versuch ist die sache dennoch notwendig. Den Rest des Beitrags lesen »