jüngst, oder auch unjüngst, in der kneipe, die nächsten fusses zum trunke lädt. „ich bin froh“, dröhnt einer, „dass die fdp wieder da ist“. heissa, endlich begegnet dir ein fdp-wähler mal. in fleisch und blut. wusstest gar nicht, welcher gestalt die sind. gut, an der tanke neulich, super voll den smart, ist dir der ehemalige minister der justiz vor die stossstange gerollt. aber der wählt gelb von dienst wegen. in der kneipe der, der gibt das echte exemplar ab, das seltene. Read the rest of this entry ?
Archiv für die Kategorie ‘politik’

preetz wird röttgen und röttgen preetz
16/05/2012warum eigentlich wird michael preetz nicht neuer umweltminister. er besitzt doch manniglich erfahrung mit dem abstieg. und die merkelsche kabinetts-mannschaft krückstockt uns unüberschaubar abstiegsreif entgegen. da muss der preetz von seiner erfahrung und sachkenntnis kaum mehr ein häppchen zur verfügung stellen, bis er den vollzug im abgang vermelden kann.
im gegenzug könnte der mann, der auf den stolzen namen norbert (es sei nur an stan libuda erinnert) auch gelegentlich nicht gehört hat, sportdirektor bei der hertha werden. schliesslich ist ihm die suche nach endlagern durchaus geläufig. da wird der röttgen doch auch für die berliner blind-kicker ein fein kellerchen zur reste-versorgung finden.

wahl oder nicht-wahl
13/05/2012auf facebook diskutieren auch freunde, die ich sehr ernst nehme, übers nicht-wählen. als form des politischen protests, des bürgerschaftlichen widerstands, des ausdrucks von verzweiflung am herrschenden und beherrschenden system.
ich führe diese diskussion, seit ich mich aus der pubertät ins wahlrecht entwickelt habe. ich nehm’s gleich mal vorweg: nicht-wähler war ich, wenn überhaupt, immer nur bis gegen mittag am wahl-sonntag. dann hab ich die wahlbenachrichtigung doch aus dem altpapier-haufen gekramt und bin ankreuzen gegangen. in meiner aktiven zeit ging’s anschliessend zum frühschoppen. aber das ist eine andere geschichte.
eines vorweg: wenn halb- oder vollprofis unter den politikern nicht-wähler beschimpfen, als „idioten“ zum beispiel, dann haben sie einiges nicht begriffen. zum beispiel, dass die nicht-wähler keine andere möglichkeit sehen, ihrer wut, den händen, die gebunden sind, ihrer resignation ausdruck zu verleihen als durch die verweigerte stimmabgabe.
die nicht-wähler, die ich kenne, sind politische menschen. interessiert, engagiert, gebildet. es sind menschen von einem überdurchschnittlichen sozialen engagement. es ist mehr als beleidigend, diese menschen als „idioten“ zu bezeichnen. viel mehr sollten sich diese polit-prolls mal den kopf machen, warum ihnen so viele, gute menschen von der stange gehen. warum das real-existierende demokratische system immer weniger menschen zur teilnahme lockt.
die nicht-wähler, die ich kenne, sind keine anti-demokraten. sie sind demokraten, die sich vom system undemokratisch behandelt sehen. die keinen sinn mehr drin sehen, mit dünnem stift gegen dicke bretter anzukreuzen.
so wie es das wahlrecht gibt, muss das nicht-wahlrecht angenommen sein, respektiert werden. gerade weil die, die von den idioten krakeelen, die sind, die andernorts stalinistische wahlergebnisse und –beteiligungen an die wand kritteln.
und dennoch halt ich das nicht-wählen für falsch. solange wir unseren staat in einer parlamentarischen demokratie organisieren, kommen wir ohne parteien nicht aus, die auch dort aus dem boden pilz-schiessen, der einst ausserparlamentarisch bereitet war. die friedens- und die umweltbewegung zum beispiel wuchs aus der apo und dann wurd‘ eine partei draus – die grünen. ähnliches begab sich mit den piraten. seit die sich von ihrem ausserparlamentarischen mäntelchen befreit haben, gelten sie als prima wählbare partei.
„die politik“, sagte der grosse kabarettist wolfgang neuss in anlehnung an clausewitz, „ist die fortsetzung des puffs mit anderen mitteln“. prostitution als mittel der aktiven politik, sozusagen. es wird noch lange so sein, dass unternehmen, interessensverbände und lobbyisten sich bei regierungen und parteien in deren aktive politik einkaufen. aber wenn ich mich einhake unter die nicht-wähler, mach ich den schweinigeln beidseits ihre arbeit nur leichter. zumal ein wahlergebnis ja nicht nur danach interpretiert wird, wer wen gewählt hat, sondern auch wer wen nicht. ansonsten wäre das nrw-ergebnis der cdu ja auch nicht so sensationell. eine partei oder person nicht zu wählen, geht nicht, indem ich nicht wähle, sondern nur, indem ich jemanden anderes wähle.
wenn fast 50 prozent der berechtigten keinen gebrauch machen von ihrem wahlrecht, signalisiere ich den parteien hilflosigkeit. und eventuell die ausrede, dass sie bei einer entsprechenden wahlbeteiligung bei weitem nicht so schlecht abgeschnitten hätten. aber ich teile diesen parteien durch mein wahlverhalten nicht mit, mit welchen inhalten ich nicht einverstanden bin beziehungsweise an welchen mir gelegen wäre. zum beispiel: ich wähle die linken. die anderen bewerber können daraus zwar nicht ablesen, ob ich für radikal-opposition oder koalitions-kuschelmuschel eintrete, aber sie dürfen getrost davon ausgehen, dass ich gegen jede weitere teilnahme an kriegen wie dem in afghanistan stimm-gekreuzt habe. wenn die linken sitz-mässig fett genug sind, können sie damit sogar politik bestimmen. wenn ich nicht-wähle, übe ich dagegen weder druck noch einfluss aus.
anderes beispiel: stuttgart 21 war eine ausserparlamentarische geschichte. die aber einfluss auf die wahl hatte. nach 58 jahren traten die baden-württemberger der cdu den oppositions-stiefel in den arsch. das war mir eine wahlbeteiligung wert, auch wenn der bahnhofsdreck trotzdem kommt. was übrigens meinen ebenfalls wählenden mitbürgern zu verdanken ist.
unser system ist ungerecht, von wenigen bestimmt, durch egoismus kleiner und grosser kumpaneien geprägt. aber es kennt keine zweifel am wahlrecht. was von vielen anderen gesellschaften dieser welt nicht gesagt werden kann. damit es so bleibt, werde ich auch beim nächsten mal wieder wählen.

steinbrück, schröder, meine
11/05/2012da rieselt der kalk. unser so zu betitelnder alt-bundeskanzler, gerhard „gefärbte feder“ schröder, hat sich für peer steinbrück als kanzlerkandidat der spd ausgesprochen. da müssen wir doch gleich mal kurt tucholsky aus der versenke holen. „sag mal, verehrtes publikum: bist du wirklich so dumm?“
ich frag, an dieser lauschigen stelle, nicht zum ersten mal: hast du vom steinbrück jemals was zur sozialpolitik gehört? zur bildungspolitik, zur sicherheitspolitik, zur aussenpolitik…? zu was auch immer ausser zur finanzpolitik? eben. zwei gründe gibt’s für den steinbrückschen hohlraum: erstens er hat keine ahnung von den übrigen politischen disziplinen oder er hat meinungen dazu, die alles sind nur nicht offiziabel.
das eine wäre so grauenerweckend wie das andere. aber womöglich ist’s von beidem ein bisschen. und minus mal minus macht in diesem fall garantiert nicht plus. für den ruhestand indes reicht’s allemal. er, der steinbrück, könnte ja noch ein paar bücher schreiben, die niemand lesen muss, und der schröder derweil mit dem meine um die häuser ziehen. das zeitigte gleich doppelten ertrag: der alt-kanzler würde keine politik mehr machen und der alt-möchtegern-rocker keine musik.

wer braucht eigentlich…
09/05/2012sag er oder sie an frisch: wofür braucht der mensch die fdp? da tummeln sich partei-gewordene lobbyisten, die für andere lobbyisten die kohlen aus dem feuer holen. sprich: die euros aus dem sparstrumpf mit den subventionen. einer war früher in der nsdap und hat die nation später als präsident mit einem volkslied geschockt. mir wird heute noch eine posttraumatische belastungsstörung bestätigt. ein anderer, unter anderem wirtschaftsminister, wurde wegen steuerhinterziehung verurteilt. Read the rest of this entry ?

pro nrw, salafisten und flach-denker
08/05/2012jetzt wird es ziemlich nicht einfach. weil: stehst du ja om ‘s nommgugga (um das rüber schauen) mit der gewaltbereitschaft in einer ecke (warum heisst das eigentlich bereitschaftspolizei?). aber ein versuch ist die sache dennoch notwendig. Read the rest of this entry ?

entweder-oder-spielchen
07/05/2012spielen wir ein entweder-oder-spielchen. das leben gibt es her. wie’s geht? wirste gleich sehen.
the beatles oder the rolling stones. das ist seit einem halben jahrhundert nicht weniger als eine glaubensfrage. allerdings nicht für mich. die beatles waren in text und ton bunter, revolutionärer, verrückter. keith richards spielt nur geringfügig besser gitarre als john lennon das tat und paul mccartney war der beste rock- (und leider pop-)bassist der geschichte – nach john entwistle von den who. zu mick jagger gibt’s nur eins zu sagen: ohne ihn hätten die stones eine richtig gute truppe werden können (oh ja, ich höre die aufschreie).
nikon oder canon. das ist seit fotografen-gedenken die frage unter den licht-bildnern. aber einfach zu beantworten: nur die nikon hat kult-status, nicht nur weil nick nolte im nicaragua-film „under fire“ (von roger spootiswoode) zwei f2 einsetzt. auch dennis hopper greift in „apocalypse now“ (francis ford coppola) auf gleich mehrere nikkormat zurück. ich räume allerdings ein, dass auch die leica oder die hasselblad (je nach einsatzort) kult-status errungen haben.
herbert wehner oder franz-josef strauß. da können zugegebenermassen nur die älteren unter uns mithalten. der csu-mann strauß wollte die bundeswehr mit atom-waffen ausrüsten (einen entsprechenden bundestagsbeschluss gibt es heute noch) und hat durchaus auch an seinen eigenen geldbeutel gedacht, wenn er den nicht gerade in new york an zwei nutten losgeworden war. der wehner war ein ebenso unerbittlicher und doch witziger redner wie sein ewiger widerpart. aber er lebte sein privates als die bescheidenheit in person. strauß war während des dritten reichs wehrmachts-offizier, wehner kommunist. (trotzdem) punkt für wehner.
mcdonald’s oder burger king. unentschieden – beides zum kotzen. und spätestens seit „pulp fiction“ vom grossen tarantino wissen die europäer, dass wir von burgern und ihren produzenten eigentlich nichts wissen. geschweige denn verstehen. von milch-shakes übrigens auch nicht.
katholiken oder protestanten. dazu sei der einfachheit halber hanns dieter hüsch zitiert: „ein katholik im dunkeln ist besser als ein protestant im freien.“
netzer oder overath. netzer war schlampiger, aber zu seiner besten zeit genialer. und später so schlau, nie präsident zu werden. tut mir leid, wolfgang.
mercedes oder bmw. ich hatte beide und fahre jetzt citroen.
leben oder tod. – eins nach dem anderen.

die arithmetik entscheidet, nicht der inhalt
06/05/2012für die cdu sind fdp, grüne und spd als koalitionspartner denkbar. die spd könnte sich mit fdp, grünen und ssw unters regierungs-bettdeckchen schmusen. und wenn not am mann ist, liessen sich vermutlich auch die piraten auf back- wie steuerbord anheuern. behaupte ich einfach mal.
mehr als die wahlen zuvor machen die landtagswahlen in schleswig-holstein deutlich, was längst zu ahnen war. fast jede partei kann’s mit jeder, hauptsache die pfründe werden gesichert. das bedeutet auch: programme sind beliebig. nicht inhalte entscheiden die wahl, sondern die arithmetik. und das hatten die gründungsväter der republik gewiss nicht im sinn.
deshalb vergesst mir die linken nicht. die sind nun wirklich nicht verdächtig, sich im zweifelsfall an die cdu zu verkaufen. und sie würden die spd dran erinnern, dass sie mal einen ruf als arbeiter-partei, als partei der schwachen zu verteidigen hatte. und ihn glorreich verlor. wohl wahr, dass auch die linken mit individuellen eitelkeiten und politischen sprechblasen bestückt sind. aber schwarz, rot, gelb und grün gibt miteinander verrührt bestenfalls trüb. zu erkennen sind da nicht einmal nuancen. und deshalb tun auch ein paar richtig rote tupfen, wenn auch am linken rand, der sache durchaus gut.

freie drecksau-partei – und rösler ist der chef
30/03/2012du sollst ja keinen schabernack treiben mit der herkunft eines menschen. aber in diesem fall: unverkneifbar. schickt mir bittschön den rösler zurück nach vietnam. soll er dort umgefallene reissäcke wieder aufstellen. damit wär‘ er sinnvoll und angemessen beschäftigt.
es geht auch derber: fdp steht für freie-drecksau-partei. und rösler ist ihr vorsitzender. (noch.)
wir erinnern uns: der mövenpick-kette und anderen hotels hat die fdp kurz nach der wahl steuern geschenkt. den schlecker-opfern dagegen verwehrt der rösler staatliche unterstützung.
das war von der fdp nicht anders zu erwarten. aber dass rösler der baden-württembergischen landesregierung die schuld dran gibt, wenn’s den ehemaligen schlecker-mitarbeitern jetzt dreckig geht, ist mehr als dreist.
röslers riesen-schweinerei indes besteht darin, dass er die schicksale der mitarbeiter zum wahlkampf-thema macht. diesen menschen blüht eine beschissene zukunft und da kommt dieser politische strich-junge und bedient sich derer, die am wenigsten dafür können, als sprungbrett. auf dass die fdp in schleswig-holstein und nordrhein-westfalen die fünf prozent-hürde überstolpere.
mehr denn je wünsch ich mir: das genick, das karriere-technische, soll er sich brechen dabei. und wenn’s dann fürs one-way-ticket nach ho-chi-minh-stadt an ein paar kreuzerchen krankt – an meinem obolus soll’s nicht scheitern.

dies und das – zum achtunddreissigsten
22/02/2012wir hatten einen bundespräsidenten. der besass ein händchen. für sitte und anstand. so fein das präsidiale händchen wie weiland das patsche von harry lime. lime wurde auf der flucht und in der kanalisation erschossen. für christian wulff endet das entkommen im eigenheim auf pump. wenn er mit seinem ehrensold besonnen umgeht, könnte er seine kredite, seien’s die hie, seien’s die da, in vielleicht fünf jahren abgelöst haben.
in einer dokumentation wurde das erste deutsche kz in dachau beschrieben: ein lager für menschen, gegen die weder ein haftbefehl noch ein gerichtsurteil vorlag. auch gab es keinerlei plan, wie lange die menschen in dachau gezwängt, gepfercht, gefoltert, gemordet werden sollten. „how nice“, zwitschert ein amerikanischer freund ob dieser beschreibung, „it’s guantanamo“.
er könne sich, hat der bayrische ministerkukident grad geseehofert, keinen ort vorstellen an dem mehr politischer sachverstand versammelt ist als beim politischen aschermittwoch der csu. grünau! und gemessen wird dieser sachverstand in promillen.